27. April 2026
Reisebericht unserer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz – Anreise nach Kraków (13.04.2026) Der 13.04.2026 sollte eigentlich ein entspannter Reisetag werden: Unser Flug nach Kraków war für 10:40 Uhr geplant. Doch dazu kam es nicht. Unsere Fluggesellschaft Eurowings streikte genau an diesem Tag. Zunächst bestand noch Hoffnung, dass der Flug dennoch stattfinden könnte. Am Sonntag, dem 12.04.2026, erhielten wir jedoch die Nachricht, dass unser Flug annulliert wurde. Die Vorfreude ließ spürbar nach, und es stellte sich die Frage, ob die gesamte Fahrt ausfallen würde. Lange war unklar, wie es weitergeht. Um 18:53 Uhr kam schließlich eine neue Information: Es bestand die Möglichkeit, gemeinsam mit einer anderen Gruppe mit dem Bus nach Polen zu fahren. Allerdings sollte die Abfahrt bereits um 2:00 Uhr in der Nacht erfolgen. Nur wenige Minuten nach dieser Nachricht hatten alle zugesagt – dies war unsere Chance, die Reise doch noch anzutreten. So trafen wir uns um 2:00 Uhr an unserer Schule und stiegen in den Bus. Zunächst führte uns die Fahrt nach Rinteln zur Hildburgschule, wo wir die andere Gruppe treffen sollten. Nach etwa vier Stunden erreichten wir unser Ziel, hatten jedoch noch etwas Zeit, bis die zweite Gruppe eintraf. Glücklicherweise war der Direktor, Herr Torsten Rudolf, vor Ort, sodass wir in der Schule eine kurze Pause einlegen konnten. Gegen 6:30 Uhr setzten wir unsere Fahrt in Richtung Polen fort. Nach mehreren Pausen und insgesamt etwa 18 Stunden Reisezeit erreichten wir schließlich Kraków und unser Hotel. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei der anderen Schule bedanken, dass wir mitfahren durften und unsere Reise dadurch doch noch stattfinden konnte. Bei der Ankunft im Hotel waren wir alle erschöpft und hungrig. Nach der Zimmereinteilung gingen wir in kleinen Gruppen etwas Warmes essen, bevor wir schließlich müde in unsere Betten fielen. Aus einem geplanten zweistündigen Flug wurde so eine 18-stündige Busfahrt – eine unerwartete, aber letztlich erfolgreiche Anreise. Dienstag – Tag 1: Erkundung der Altstadt, Einblicke in polnische Geschichte und Besuch der Schindler-Fabrik Am ersten Tag trafen wir uns morgens nach dem Frühstücken in der Hotellobby und machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Erster Stopp war der große mittelalterliche Marktplatz, bei dem sich die Marienkirche befindet. Kurz nachdem wir ankamen, spielte eine Person aus einem Fenster der Kirche Trompete. Dies geschieht zu jeder vollen Stunde als Andenken an einen historischen Angriff auf Krakau. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Burg Wawel. Nach kurzer Pause auf dem Berg, auf dem die Burg steht, gingen wir in die Wawel-Kathedrale. Die Kathedrale war sehr beeindruckend und es gab viele verschiedene Räumlichkeiten, unter anderem den Keller, in dem einige verstorbene Könige und Päpste begraben sind. Anschließend hatten wir ca. 2 Stunden von 14 bis 16 Uhr Freizeit. Um 16 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu Oskar Schindlers Emaillefabrik. Dort angekommen führte uns eine deutschsprachige Museumsführerin durch das Museum. Dort lernten wir über Polen, als es von Deutschland besetzt war. Ausgestellt waren unter anderem das rekonstruierte Büro von Oskar Schindler sowie Keller, in denen Juden über mehrere Jahre hinweg versteckt wurden. Als wir wieder zurück waren, durften wir den Abend in Kleingruppen ausklingen lassen. Mittwoch – Tag 2: Erkundung des jüdischen Viertels Am Mittwoch unserer Gedenkstättenfahrt nach Polen stand der Besuch in Kazimierz, das jüdischen Viertel Krakaus auf dem Programm. Gemeinsam mit einem deutschsprachigen Führer erkundeten wir verschiedene historische Orte und erhielten dabei viele interessante Einblicke in das frühere Leben der jüdischen Bevölkerung. Uns wurden unter anderem Synagogen sowie Häuser aus dieser Zeit gezeigt, wodurch die Geschichte vor Ort nahbarer wurde. Ein besonderes Erlebnis war, dass wir eine Synagoge sowie den dazugehörigen Friedhof betreten durften. Diese Orte hinterließen einen bleibenden Eindruck und regten zum Nachdenken an. Zudem besuchten wir Drehorte, an denen der Film Schindlers Liste gedreht wurde. Anschließend gingen wir gemeinsam zum Ghetto-Helden-Platz, wo wir weitere wichtige Informationen über die Geschichte des Ghettos und das Schicksal der Menschen erhielten. Zum Abschluss des Tages ließen wir den Abend in einem traditionell jüdischen Restaurant (Ariel) mit Klezmer-Musik ausklingen, dabei aßen wir gemeinsam ein Drei Gänge Menü. Insgesamt war es ein sehr interessanter Tag, an dem wir nicht nur viel über die Vergangenheit gelernt, sondern auch eine neue Kultur näher kennengelernt haben. Donnerstag – Tag 3: Besuch der Gedenkstätte Auschwitz Am Donnerstag, den 16.04.2026, haben wir uns früh auf den Weg nach Auschwitz gemacht. Nach ungefähr 1,5 Stunden Fahrt kamen wir am Gelände von Auschwitz I an, dem ursprünglichen Konzentrationslager. Am Eingang des Geländes sahen wir den bekannten Schriftzug „Arbeit macht frei“, der einen sofort nachdenklich macht. Von dort aus begann unsere etwa dreistündige Führung, die sehr emotional und eindrücklich war. Am Anfang des Krieges war Auschwitz I ein Lager für polnische politische Gefangene. Mit der Zeit wurden jedoch immer mehr Menschen aus der ganzen Europa dorthin gebracht. Es wurden vor allem Jüdinnen und Juden, aber auch Sinti und Roma sowie Kriegsgefangene dort gefangen. Während der Führung sahen wir viele Fotos, persönliche Gegenstände der Opfer und hörten Berichte über die schlimmen Lebensbedingungen im Lager. Nachdem uns in Auschwitz I alles gezeigt wurde, ging unsere Führung in Auschwitz-Birkenau weiter. Dies war ein viel größeres Lager, was auch als Vernichtungslager diente. Während der Führung standen wir vor den einigen Ruinen der Gaskammern und Krematorien, was sehr erschreckend war. Außerdem waren wir in einer Schlafkammer, in denen sehr viele Menschen geschlafen haben. Man konnte sich kaum vorstellen, wie viele Menschen dort ihr Leben verloren haben. Auch die Größe des Lagers hat einen sehr beeindruckt und gleichzeitig schockiert. Die Reise hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren. Man merkt, dass so etwas nie wieder passieren darf und dass wir aus der Geschichte lernen müssen. Freitag – Tag 4: Rückreise Am Freitag begann das Frühstück um 07:30 Uhr. Um 09:00 Uhr kamen unsere Lehrer, für die Zimmerkontrolle. Nachdem das geschah hatten wir die Möglichkeit unser Gepäck in einem Gepäckraum unterzubringen, um anschließend nochmal durch die Stadt zu gehen. Um 10:30 Uhr trafen wir uns wieder alle gemeinsam und holten unser Gepäck für die Busfahrt zum Flughafen. Als wir am Flughafen ankamen hatten wir noch die Möglichkeit etwas zu essen und rumzulaufen, bevor es zur Gepäckabgabe und zum Check in ging. Nach dem Check in trafen wir uns alle wieder gemeinsam und besprachen noch organisatorische Sachen. Anschließend hatten wir noch 15 Minuten Zeit um durch den Flughafen eigenständig zu gehen, und dann ging es auch schon zum Boarding. Der Flug war sehr spannend und aufregend und ging 1/2 Stunden. Angekommen am Düsseldorfer Flughafen warteten wir auf unser Gepäck. Zum Ende besprachen wir noch ein paar organisatorische Dinge und wurden anschließend entlassen. Text von Theresa S., Julius A., Lia W., Nola N., Lea H. aus der EF